"/> Dentalgips, Zahnkranzgips, Artikulationsgips, Artigips, Silikone, Dubliersilikon, Bimspulver, Dental, Dentalgipse
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Stand: 01.03.2015
Gips, dental Lexikon

Gips, allgemein

 

Was ist Gips? Gips ist das Produkt der Reaktion von Calcium (Kalk) mit Sulfat-Ionen. Dieser Prozess kann sowohl in der Natur (natürliche Gipsvorkommen, z.B. am Rande des Mittelgebirges Harz) als auch z.B. bei der chemischen Herstellung von organischen Säuren (z.B. Zitronensäure) erfolgen. In beiden Fällen ist das Ergebnis Calciumsulfatdihydrat, also abgebundener Gips. Die Chemische Formel dafür lautet: CaSO4 · 2H2O. Erst durch "brennen", also durch Entzug von Kristallwasser, wird der Gips zu dem Material, wie wir es in der Dentaltechnik kennen. Es hat dann die chemische Formel: CaSO4 · ½H2O oder in Worten: Calciumsulfathalbhydrat

Gips, kunststoffvergütet

 

Seit einiger Zeit wird bei Dentalgipsen der Begriff „kunststoffvergütet“ verwendet. In der Regel werden damit besonders fließfähige Gipse bezeichnet. Dabei handelt es sich um die stärkere Beimischung von Fließverbesserer auf Basis wasserlöslicher Kunstharze. Im Grunde sind zumindest alle Typ IV Gipse „kunststoffvergütet“. Ein normaler Rohgips ohne Stellmittel müsste mit 40 – 50 ml Wasser auf 100 g Pulver angerührt werden, um auch nur annähernd fließfähig zu sein. Gute Typ IV Gipse haben aber ein Mischungsverhältnis 18 – 22 ml Wasser zu 100 g Pulver. Um diese Gipse überhaupt in einen Abdruck „zu bekommen“, ist ein gewisser Anteil Fließverbesserer notwendig – sie sind also auch kunststoffvergütet. Diese Fließverbesserer haben, vor allem bei höherer Dosierung, den positiven Nebeneffekt, dass sie das fertige Gipsmodell weniger spröde machen.

Gips, synthese

 

Das Wort Synthese-Gips lässt vermuten, dass es sich um einen künstlich hergestellten Gips handelt. Tatsächlich ist aber die Basis dafür ein Naturprodukt, nämlich Kalk. Kalk in Verbindung mit einer Säure wandelt sich in Gips um. Der synthetische Gips wird unter anderem über den Weg der Milchsäure-Herstellung gewonnen. Milchsäure ist ein natürliches Säuerungsmittel, z.B. für Limonaden. Bei der Herstellung von Milchsäure mittels Gärung entsteht unter Zugabe von Kalk für die Prozesssteuerung und Schwefelsäure zur Calciumabtrennung ein reines Calciumsulfatdihydrat (CaSO4 · 2H2O), also abgebundener Gips (siehe auch Gips, allgemein). Die von uns verwendeten Rohstoffe basieren ausnahmslos auf einem Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie

Gips, REA (aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen)

 

In der Literatur wird der Produktionsprozess für Chemiegipse im Zusammenhang mit der Herstellung von Phosphorsäure im Nassverfahren genannt. Ein weiterer Grundgips kann aus der Rauchgas-Entschwefelung kommen. Dabei werden bei Großfeuerungsanlagen mit fossilen Brennstoffen (Braunkohle, Öl) die Rauchgase durch einen Filter mit Kalk geleitet, um die enthaltenen Schwefelsäuren zu binden. Auch hier wandelt der Einfluss der Säure Kalk in Gips um. Allerdings enthalten diese Gipse eine Menge Verunreinigungen und werden hauptsächlich in der Bauindustrie als Fließestrich verwendet. Diese Grundgipse werden von uns nicht eingesetzt.

Gips, natur

 

Der Naturgips wird als Gipsstein über Tage im Gipsbruch abgebaut, zerkleinert, gebrannt und danach gemahlen. Die "Einstellung" zum Endprodukt Dentalgips erfolgt mit Beschleunigern und anderen Stellmitteln. Das aus dem Gipsbruch gewonnene Material verfügt nach der Aufbereitung über einen Reinheitsgrad von ca. 85%. Die weiteren Bestandteile sind natürliche Verunreinigungen und Stellmittel.

Gips, Norm (DIN oder EN)

 

Das Ziel der vorliegenden Norm besteht darin, dem Anwender von Gipsprodukten zu ermöglichen, sich dem Anwendungszweck entsprechende Werkstoffe zu beschaffen. Die Anforderungen wurden festgelegt, um zufriedenstellende Werkstoffe zu beschreiben und ungenügende Werkstoffe auszuschließen. Dies gilt sowohl für Anwender als auch für Hersteller. Die Normenbezeichnung für Dentalgipse war in Deutschland bis Ende 1991 die DIN 13911. Diese Norm hatte als Grundlage die internationale Norm ISO 6873 (Dentistry; gypsum; requirements, testing). Im Rahmen der europäischen Vereinigung hat man nun eine europäische Norm geschaffen. Für Dentalgipse lautet sie: EN 26 873:1991 und hat den Status einer Deutschen Norm. Diese ist identisch mit der ISO-Norm. Bei Dentalgipsen können nun beide Normbezeichnungen verwendet werden: ISO und EN. Wir verwenden für unsere Produkte die Normenbezeichnung: EN 26 873 .

Gips, thixotrop

 

Thixotrop = (griech.) Eigenschaft gewisser Gele, sich durch Rühren, Schütteln u. Ä. zu verflüssigen).
In der Praxis ist diese Eigenschaft wichtig beim Ausgießen der Abdrücke. Durch die Vibration des Rüttlers wird der Gips fließfähig und läuft in die kleinsten Details. Außerdem werden eingeschlossene Luftblasen an die Oberfläche "gerüttelt".
Aber: nach dem Rütteln soll der Gips sofort standfest sein, damit er aufbauend verarbeitet werden kann. Ein kunststoffvergüteter, thixotroper Dentalgips hat optimale Fließeigenschaften und ist trotzdem sofort aufbauend zu verarbeiten.

Gips, schnellhärtend = Snap-Effekt

 

Der Snap-Effekt: der Gips soll in der kritischen Phase des Entformens eine höchstmögliche Härte haben. In vielen Fällen wird bereits nach 30 min entformt. Herkömmliche Gipse haben zu diesem Zeitpunkt oft erst ca. 50% ihrer max. Härte erreicht. Die Folge: Stümpfe oder Modell können brechen. MASTER-ROCK hat zu diesem Zeitpunkt bereits 95% seiner Endhärte. Dieses schnelle Aushärten nach der Verarbeitungszeit nennt man auch Snap-Effekt.

Ihr Vorteil: frühes Entformen ohne Risiko

Gips, Typklassen

 

Typ 1: Abdruckgips
Typ 2: Alabastergips
Typ 3: Hartgips
Typ 4: Hartgips, extrahart
Typ 5: Hartgips, extrahart, mit hoher Expansion

Darüber hinaus gibt es noch einige Spezialgipse wie z.B. Sockel- und Artikulationsgipse, die auf Grund ihrer technischen Daten diesen Gipstypen zugeordnet werden könnten. Diese sind aber in der Norm unbekannt.

Gips, Kennzeichnung

 

Ein Gips darf vom Hersteller nur dann als Typ X der EN Norm bezeichnet werden, wenn folgende Kriterien auf der Verpackung angegeben sind:
(zitiert aus EN 26 873 : 1991, Punkt 8 ff Verpackung, Bezeichnung und Angaben)

8.2. Bezeichnung:
a) Name und/oder Marke des Herstellers und/oder Lieferanten;
b) Gipstyp;
c) Farbe, falls es sich nicht um weißen Gips handelt;
d) Geschmack, falls zutreffend;
e) Seriennummer, mit der sich die Herstellercharge gemäß der Unterlagen des Herstellers
ermitteln lässt;
f) Datum der Verpackung (Jahr und Monat) entweder als getrennte Angabe oder als
identifizierbarer Teil der Seriennummer;
g) Datum (Jahr und Monat), über das hinaus der Werkstoff ohne vorherige Prüfung nicht
verwendet werden sollte, vorausgesetzt die Lagerung erfolgte unter den empfohlenen
Lagerungsbedingungen;
h) Nettogewicht des Behälters in S.I. Einheiten;
j) empfohlene Lagerungsbedingungen;
k) ein Hinweis, dass Gipsprodukte einen Qualitätsverlust erleiden, wenn sie der Luft ausgesetzt
sind, insbesondere bei hoher Feuchtigkeit.

8.3. Gebrauchsanweisung des Herstellers:
Jede Packung muss eine Gebrauchsanweisung mit den folgenden, nach dieser Internationalen Norm bestimmten Angaben enthalten:
a) empfohlenes Wasser/Pulververhältnis in Gewicht ausgedrückt als Dezimalbruch;
b) empfohlenes Mischverfahren, einschließlich der empfohlenen Zeitdauer für die Einstreuung des
Pulvers in Wasser, Sumpfzeit und manuelles bzw. mechanisches Anmischen;
c) Verarbeitungszeit;
d) Estarrungszeit;
e) Abbindeexpansion (2 h);
f) Druckfestigkeit (Mpa bzw. N/mm2) (1 Mpa = 1 N/mm2);
g) eventuelle spezielle Arbeitsverfahren gemäß Empfehlung des Herstellers.

Gips, Lagerung

 

Gipse neigen zur Feuchtigkeitsaufnahme und sind daher im Labor ausschließlich in wiederverschließbaren, feuchtigkeitsdichten Behältern zu lagern. Die aufgenommene Feuchtigkeit verlängert das Abbindeende. Am besten geeignet sind Gipssilos. In Gipsschubladen sollten, wenn überhaupt, nur Gipse mit einem hohen Verbrauch gelagert werden. Hier kann man der Feuchtigkeitsaufnahme durch eine klappbare Abdeckung vorbeugen. Diese ist unbedingt über das Wochenende zu verwenden. Gipse des Typs IV sind besonders empfindlich, deshalb immer nur kleinere Mengen am Arbeitsplatz lagern (z.B. in 5 kg Eimern mit Deckel). Wichtig: alle Behälter sind vor dem Nachfüllen mit Gips gründlich mit einem trockenen Tuch zu reinigen. Auch Reste des Gipspulvers können den neuen Gips „impfen“ und die Eigenschaften verändern.

Kristallwasser

 

Unter Kristallwasser versteht man das im Molekülverband des Gipses enthaltene Wasser. Gipspulver ist also nicht "knochentrocken", sondern enthält immer noch eine Restfeuchtigkeit (Kristallwasser) von ca. 5 - 6%. Je geringer dieser Wert, desto empfindlicher reagiert der Gips auf die Luftfeuchte der Umgebung.

Porenwasser

 

Unter Porenwasser versteht man das im Molekülverband des Gipses zwischen den Molekülen eingelagerte, überschüssige Wasser im Gipsbrei. Dieses Wasser macht den Gips überhaupt erst fließfähig. Es verdunstet im Laufe der Zeit.

Dehydration

 

Dem Kalziumsulfatdihydrat wird beim Brennen Wasser entzogen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Dehydration. Bei Alpha-Gipsen (Hartgipsen) geschieht dies in einem geschlossenen System (Autoklaven) unter Druck zur gezielten Kristallzüchtung. Bei Beta-Gipsen (Alabastergipsen) verwendet man offene Systeme (Gips ist weicher und hat eine höhere Expansion, ungleichmäßige Kristalle).

Rehydration

 

Unter Rehydration versteht man den Abbindevorgang des Gipses. Das Halbhydrat wandelt sich in Dihydrat um.


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